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STALKER - Der FilmStalker entstand in den Jahren 1978/79 als fünfter Film des russischen Regisseurs Andrei Arsenjewitsch Tarkowski|Andrei Tarkowski. Der von Mosfilm produzierte Streifen gilt als Klassiker des russischen Kinos und des Science-Fiction-Genres. Entstehungsgeschichte
Tarkowskis hoher Anspruch führte dazu, dass er die erste Fassung seines Werkes verbrennen ließ und den kompletten Film mit einem anderen Kameramann noch ein zweites Mal drehte – eine Extravaganz, die sich in der damaligen UdSSR wohl kein anderer Regisseur der staatlichen Filmproduktion hätte leisten dürfen. Andere Quellen behaupten, dass der zuerst auf speziellem Kodak-Material erstellte Film nicht weiterzuverarbeiten war und deshalb unbrauchbar wurde. Trotz der eigentlich abenteuerlichen Handlung kommt der Film ohne Spezialeffekte aus. Tarkowski ist es gelungen, mit seiner eigenwilligen Bildsprache, der verschlüsselten Symbolik und den sparsamen Dialog|Dialogen ein Meisterwerk der Filmkunst zu schaffen, das sich einer oberflächlichen Betrachtung entzieht und sehr breit ausdeutbar ist. Minutenlange Kameraschwenks und Plansequenzen, die Postapokalypse|postapokalyptisch anmutenden Kulisse (Bühne)|Kulissen verfallender Industrielandschaften, in denen die Natur bereits wieder die Oberhand gewinnt, und der gezielte Einsatz von Schwarz-Weiß-Sequenzen schaffen eine dichte Atmosphäre zwischen Traum, Melancholie und Pathos. Die HandlungAusgangspunkt der Handlung ist eine in Zeit und Ort nicht näher beschriebene Stadt, die am Rande eines als „Zone“ bezeichneten Gebietes liegt. In dieser Zone geschehen seltsame Dinge, es gibt rätselhafte Erscheinungen, deren Ursache zum Zeitpunkt der Handlung schon Jahre zurückliegt und nur vermutet werden kann. War es der Besuch einer außerirdischen Zivilisation oder ein merkwürdiger Meteorit|Meteoriteneinschlag – man weiß es nicht. Das Gebiet wurde evakuiert, abgesperrt und steht unter schwerer militärischer Bewachung. Der „Stalker“ (hier im Sinne eines Pfadfinders, Ortskundigen oder auch Kundschafters) verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, Leute durch den Sperrgürtel zu bringen und sie innerhalb der Zone zu führen. Er hat ein Gespür für diesen sich ständig verändernden Ort entwickelt, fühlt die Gefahren im Voraus und hat seine Methoden, den tödlichen Fallen, die die Zone stellt, auszuweichen. Zwei seiner Kunden, der „Professor“ und der „Schriftsteller“, wollen aus unterschiedlichen Motiven an einen Ort gebracht werden, der sich in der Zone befindet und der als „Raum der Wünsche“ bezeichnet wird. An dieser Stelle gehen, glaubt man der Legende, die geheimsten, innigsten Wünsche in Erfüllung. Während der Schriftsteller sich die ihm seit einiger Zeit fehlende Eingebung zurückwünschen möchte, hat der Professor völlig andere Absichten: Er will diesen Raum zerstören, weil er dessen Missbrauch befürchtet. Aber auch der Stalker selbst hat seine Gründe, an diesen Ort zu gehen. Seine Tochter ist krank, der Beruf des Vaters und das Leben nahe der Zone haben an dem Mädchen ihre Spuren hinterlassen. Dieser Wunsch ist so stark, dass er sogar bereit ist, seine beiden Begleiter zu opfern. Die gefährliche Expedition bleibt auf die Reisenden nicht ohne Wirkung. Unterwegs werden Lebensansichten und Weltbilder hinterfragt, Hoffnungen und Zweifel treten zutage - die Protagonisten haben sich gleichzeitig auch auf eine innere Reise begeben. Am Ziel müssen alle drei schließlich erkennen, dass ihnen dieser Ort nicht helfen kann, ihre Probleme zu lösen oder - je nach Blickwinkel - sie nicht bereit sind, den Raum der Wünsche zu benutzen. Zum Verständnis des Filmes
In einer Interpretation von Andrei Tarkowski stellt der Film die unerklärliche und erstaunliche Liebe von Stalkers Frau der Leere, dem Zynismus, und der Hoffnungslosigkeit, unter denen die Hauptpersonen in ihrem bisherigen Leben standen, gegenüber.<ref>Andrei Arsenjewitsch Tarkowski 1977: „This is what the situation seems until the last scene in which they are resting in the café after their expedition and Stalker's wife appears, a weary woman who has seen a lot in her life. Her arrival forces the heroes to face something new, unexplained and astonishing. It is difficult for them to understand the reasons for which this woman, who suffered so much because of her husband, she gave birth to a sick child through his fault, still loves him with the same limitless generosity she felt for him in the days of her youth. Her love, her devotion — this is exactly the miracle with which one can counter the lack of faith, spiritual emptiness, cynicism — that is, all which the heroes of the film have lived until now. […] In Stalker everything must be spelled out to the end — human love is this miracle which can defy all the dry theorising about hopelessness of the world. This emotion is an undeniable positive value in every one of us. It is what man leans on, what remains his forever.“ [http://www.acs.ucalgary.ca/~tstronds/nostalghia.com/TheTopics/Stalker/atinterview.html (englisch)]</ref> Simple Deutungen, wie, dass
Da die beiden Handlungsebenen eigenständig arbeiten, eigene Ziele verfolgen und in dem an Worten und Tönen armen Film vor allem durch die Bilder getragen werden, müssen beide Ebenen zugunsten der jeweils anderen Abstriche hinnehmen, die vor allem in Divergenzen zwischen der Verfilmung und der Romanvorlage offenbar werden. Dadurch wird die eigene mystische Wirkung der „Zone“ weit über ihre Wirkung in „Picknick am Wegesrand“ hinaus potenziert. PhotographieDer Film verwebt eine triste Welt nackten Elends und ekelerregender Abstoßung, die durch die meisterhafte Kameraführung, Inszenierung und Eintauchung des Schwarz-Weißen in die Farbe des Broms seine perfekte Ästhetik gewinnt - einen unüberbrückbar scheinenden Kontrast auflösend. Wie in allen späteren Filmen Tarkowskis ist die Kameraführung in Verbindung mit sich bewegenden Personen, der Ausgleich bildkompositorischer Gewichte und das allgemeine Füllen des Bildinhaltes von höchster Perfektion. Hierbei ist Tarkowski selbst für das Szenenbild verantwortlich. Dem stehen die bei Tarkowski relativ häufigen Irritationen wie abgeschnittene Füße oder andere, in der klassischen Photographie als schwerwiegend und amateurhaft betrachtete Fehler gegenüber - eine Divergenz zwischen den Ansprüchen des Szenenbildes auf der einen Seite, sowie des Spielbaren und den Schwierigkeiten der Kameraaufnahme auf der anderen. Zur Buchvorlage
Die Erzählung Dem steht Elend, Gewalt, Misstrauen und - als roter Faden die Erzählung durchziehend - immerwährender Alkoholabusus gegenüber, ein Alkoholismus, der die schlimmen Seiten der Zone (Mutationen usw.) vergessen machen soll.
Die Autoren von Referenzen<references/> Literatur
- Arkadi und Boris Strugazki:
- Arkadi und Boris Strugazki:
- Andrei Arsenjewitsch Tarkowski|Andrej Tarkowskij: Weblinks* tt0079944|Stalker * [http://www.mediaculture-online.de/Stalker.78.0.html Special zum Film „Stalker“ bei MediaCulture] |
Diskussion
Sehr zu empfehlen, aber schwere Kost. Ein Film, der sehr zum Nachdenken anregt und eine unglaubliche Spannung und Atmosphäre.
Ich hab mir den Film neulich mal angeschaut. Man muss schon einiges an Sitzfleisch mitbringen, um sich den durchgängig anschauen zu können. Die Dialoge, vorallem in der zweiten Hälfte des Films, sind ziemlich schwergängig und nicht jedermanns Sache. Ich hatte da auch ganz schön zu kämpfen, um nicht dem Drang zu erliegen, bei so manch einem der langatmigen Dialoge etwas vorzuspulen bzw. vorzuspringen, wobei ich sagen muss, dass ich mir den Film mit der orginalen DEFA-Synchronisation angeschaut hab und nicht mit der späteren WDR-Synchronisation. Die Stimmung des Films ist durchaus mit der im Spiel zu vergleichen, wenn man mal von den Mutanten absieht, die im Film natürlich nicht vorhanden sind. Aber die Einsamkeit, die Stille, die Rätselhaftigkeit, der Verfall, die ständige Bedrohung und gleichzeitige Faszination der „Zone“ kommen sehr gut rüber, auch wenn die Zone im Film nichts mit dem AKW Tschernobyl zu tun hat … obwohl zufälligerweise sogar einige Szenen beim AKW Tschernobyl gedreht wurden, noch bevor es dort den Atom-Unfall gab. Viele Grüße